Geschichte


25 Jahre BPW Club Baden, 1976-2001


In ihren Erinnerungen an die Gründungszeit bezeichnet Amalie Peier die Gründung des BGF (1, siehe Fussnote) Clubs Baden als Willensakt von Frauen für Frauen. Er bedeutete Einsatz für Frauen aus der Wirtschaft, Wissenschaft und Politik, Pflege von Kultur und Freundschaft, Stärkung der Frauen durch nationale und internationale Verbindungen und berufliche Förderung von ausgewählten Frauen. Die Mitgliedschaft erforderte einerseits einen eigenen Beitrag zum Clubleben, andererseits war sie Bereicherung, konnten doch die Frauen von den Erfahrungen, Kenntnissen und Fähigkeiten anderer Mitglieder profitieren.

Am 23. März 1976 wurde der Badener Club der Berufs- und Geschäftsfrauen dank der Initiative und dem Engagement der heutigen Ehrenpräsidentin Alice Renold gegründet. Als 19. Club wurde Baden in den schweizerischen Verband aufgenommen. Der schweizerische Verband, gegründet 1947, ist Mitglied des internationalen Verbandes, BPW International, der seinerseits weltweit das grösste Frauennetzwerk darstellt, das sich Werten wie Eigenverantwortung, Selbständigkeit und Selbstbestimmung verpflichtet fühlt. Auch die Badener BPW sind Teil dieses weltweiten Netzes, das Frauen aller Branchen und Sparten anspricht, generationenübergreifend, unabhängig von ihrer Rasse und ihrer politischen oder religiösen Ausrichtung. BPW Mitglieder sind aktiv in den Bereichen der Wirtschaft, Politik, Kultur, sozialen Aufgaben, in den Wissenschaften und in den Medien.

Die Ziele des Verbandes sind die aktive Einflussnahme für quantitative und qualitative Gleichstellung, sozialen Fortschritt und Wahlfreiheit der Lebensgestaltung. Erreicht werden sollen diese Ziele durch Übernahme von Verantwortung in Wirtschaft, Kultur und Politik.

Die Voraussetzungen für die Aufnahme in den Club sind in den Vereinsstatuten festgelegt. Es werden Frauen als Mitglieder aufgenommen, die sich für die Ziele des Clubs einsetzen und in der Privatwirtschaft oder für die öffentliche Hand eine verantwortungsvolle Tätigkeit ausüben oder in anderer Weise mit ihrer beruflichen Aktivität eine bedeutende Stellung innehaben. Heute zählt der BPW Club Baden rund 60 Mitglieder. Das Spektrum der darin vertretenen Berufe hat sich seit der Gründungszeit stark verbreitert.

In den ersten Jahren, als der Club Baden rund 20 Mitglieder zählte, waren die zahlreichen Treffen mit anderen BPW Clubs besonders wichtig. Mit den Mitgliedern der Clubs in Aarau, Lenzburg, Solothurn oder Zürich bauten die jungen BPW Beziehungen auf, lernten Referentinnen kennen und liessen sich vom Clubgeist bewährter BPW anstecken.

Der Club bot seinen Mitgliedern während seines 25-jährigen Bestehens ein vielfältiges und attraktives Programm: An den monatlichen Clubabenden präsentieren Clubmitglieder und geladene Referentinnen und Referenten Berufsbilder und aktuelle Themen aus Wirtschaft, Politik und Kultur. Bei den Einführungsreferaten schildern neue Clubmitglieder ihren Beruf und ihren persönlichen Werdegang. Da Berufswege von Frauen selten gradlinig verlaufen, zeigen diese Lebensbeschreibungen eine eindrückliche Vielfalt von Möglichkeiten wie Ausbildung, Beruf, Geschäftstätigkeit, Partnerschaft, Ehe, Familie, Hobbies, Ehrenämter und mitunter Schicksalsschläge zu einem Lebensmuster verwoben werden können.

Zwei- bis viermal pro Jahr bietet der Club Besichtigungen, Exkursionen und Ausflüge an . Die BPW bekommen dabei Gelegenheit, Museen, Kulturobjekte und –anlässe, Ausstellungen und Produktionsanlagen kennen zu lernen. Bei den Tagesreisen kommt vor allem der persönliche Austausch und die Geselligkeit zum Zuge.
Drei spezielle Anlässe im Jahreszyklus werden seit der Gründungszeit im Club Baden besonders gepflegt: An der Mitgliederversammlung im Frühjahr findet jeweils eine Sammlung für den Stipendienfonds statt. Mit Geldern der Stiftung “Stipendien für Frauen”, mit der BPW Switzerland 1978 eine enge Zusammenarbeit aufnahm, werden Frauen Stipendien zur existenzsichernden Berufsausbildung, Umschulung oder Weiterbildung gewährt. Im Februar zelebrieren die Clubs auf der ganzen Welt die Kerzenlichtfeier. Dr. Lena Madesin Phillips, die Gründerin des BPW, initiierte die Kerzenlichtfeier als Symbol der weltumspannenden Verbundenheit während des Zweiten Weltkriegs, als gemeinsame Anlässe unmöglich waren. An dieser Feier werden symbolisch für alle Landesverbände Kerzen entzündet. Der Club Baden lädt jeweils eine Person ein, welche zum nationalen oder internationalen Thema spricht. Der dritte besondere Anlass ist die Advents- oder Weihnachtsfeier, die der BPW Baden meist in besinnlichem Rahmen veranstaltet.

Gleich wie der Auseinandersetzung mit wichtigen Fragen auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene wird dem Erfahrungsaustausch und der Beziehungspflege unter den Mitgliedern auf allen Ebenen grosse Bedeutung beigemessen. Regelmässig besucht die Präsidentin des Clubs Baden mit einer Delegation die schweizerischen Treffen: die Delegiertenversammlung, die jährliche Präsidentinnenkonferenz und die Frühjahreskonferenz, die jeweils von einem lokalen Club organisiert werden. Einige Mitglieder nehmen an den alle drei Jahre stattfindenden internationalen Kongressen statt.

Die Gründungsversammlung von BPW International fand 1930 in Genf statt, das Golden Jubilee 1980 in Montreux - und im Jahre 2005 lädt BPW Switzerland zum 75. Geburtstag von BPW International nach Luzern ein, zum 25. Internationalen BPW-Kongress.
Was aber jeden Tag zählt, ist der persönliche Einsatz eines jeden Clubmitglieds durch Einflussnahme am Arbeitsplatz sowie durch die Wahrnehmung einer Vorbildfunktion in unserer Gesellschaft.


August 2001, Andrea Voellmin, Vizepräsidentin



Fussnote:
(1) An der a.o. Delegiertenversammlung des Schweiz. Verbandes der Berufs- und Geschäftsfrauen (BGF) am 23. Oktober 1993 in St. Gallen wurde beschlossen, den englischen Namen der Organisation zu übernehmen “Business and Professional Women”, um damit die Zugehörigkeit zu einem weltweiten Netzwerk aufzuzeigen.